Buchteln

Das Wienerische ist ein weicher, melodischer Dialekt, der zu Verniedlichungen sowie Übertreibungen neigt und bei dem manche Begriffe zwei Eigenschaften besitzen. Der Begriff „Wuchtel“ hat zum Beispiel gleich mehrere Bedeutungen. Einerseits kann damit der Fußball gemeint sein, eine scherzhafte Bemerkung oder auch ein Germteiggebäck aus der böhmischen Küche (auch unter Buchtel bekannt). Mit Fußball habe ich ja eher weniger am Hut, scherzhafte Bemerkungen liegen mir da schon eher, aber Süßspeisen aus Germteig liebe ich!

Schon der Duft, den der warme Germteig im ganzen Haus verströmt, zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Besonders wenn es draußen regnet und stürmt, nehme ich mir gerne die Zeit für die Zubereitung besonderer Leckereien. Buchteln sind ein wahres Slow Food und werden erst durch den Faktor Zeit richtig gut. Je länger der Germteig rasten kann, desto flauschiger wird das Ergebnis – gut Ding braucht eben Weile.

Zutaten:

  • 500 g Mehl
  • 250 ml Milch
  • 50 g Zucker
  • 1 Pkg. frische Germ
  • 1 Pkg. Vanillezucker
  • 150 g weiche Butter
  • 1 Ei
  • 2 Dotter
  • Schale 1/2 Zitrone
  • Prise Salz
  • ca. 200 g Powidl

100 ml Milch gemeinsam mit dem Zucker in einem Topf leicht erwärmen, Germ hineinbröseln und unter rühren vollständig auflösen.

Mehl mit einer Prise Salz und Vanillezucker in einer großen Rührschüssel vermengen. In die Mitte des Mehls ein tiefe Mulde formen. Die Milch vorsichtig in die Mulde gießen. Mit dem Stiel eines Kochlöffels die Milch vorsichtig umrühren und dabei etwas Mehl einrühren bis eine breiige Masse entsteht. Leicht mit Mehl bestreuen und mit einem sauberen Geschirrtuch bedeckt an einem warmen Ort rasten lassen, bis die Oberfläche Risse zeigt und sich das Volumen verdoppelt hat (dauert ca. 15- 20 Minuten).

Die restliche Milch, 100 g weiche Butter, Ei, Dotter und Zitronenschale zum Vorteig mischen und mit dem Knethaken des Mixers zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Germteig leicht mit Mehl bestäuben und zugedeckt an einem warmen Ort ca. 1 Stunde rasten lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

Die restliche Butter in einem Topf zerlassen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche fingerdick ausrollen und  je nach gewünschter Größe rund ausstechen (ich habe einen eher kleinen und handlichen Durchmesser von ca. 8 cm gewählt). In der Mitte der Kreise jeweils einen TL Marmelade setzen. Die Ränder des Teiges wie ein Säckchen verschließen und mit der Verschlußseite nach unten in eine gebutterte Auflaufform geben. Die Buchteln mir der zerlassenen Butter gut einstreichen und nochmals ca. 20-30 Minuten rasten lassen. Danach im vorgeheizten Backrohr bei 180 Grad ca. 30 Minuten goldbraun backen.

Die Buchteln etwas auskühlen lassen und vor dem Servieren mit Staubzucker bestreuen.

Anmerkung: Die Buchteln schmecken am besten noch lauwarm aus dem Ofen oder auch ausgekühlt mit lauwarmer Vanillesauce.

 

 

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